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Zitat des Augenblicks

„Die ihre Gegenwart begreifen, hinterlassen Spuren in der Zukunft.”
Oliver Tietze, dt. Aphoristiker (1965-)

ca. 6 min Lesezeit

„Finde deine Bestimmung!”, „Verwirkliche dich!”, „Mach, was dir Spaß macht!" und weitere Sprüche à la „Du musst nur Wollen!", lese ich in letzter Zeit häufig auf Blogs, Büchern oder in diversen Foren. Und ja, es gibt Menschen, die geben an, ihre Bestimmung gefunden zu haben; das Leben zu leben, wofür sie bestimmt sind und ich denk mir: „Schön für dich!". Aber wieso gibt es noch so viele, die verzweifelt auf der Suche sind und auf welche die Mustermethode, wie man seine Bestimmung bestimmt, nicht zur Lösung führt? Meine These: Die Methode zur Bestimmungsfindung ist ein analytisches Verfahren und die meisten machen dabei drei Fehler in der Deutung der Ergebnisse. Heute geht's um Missinterpretation Nummer 1!

 berufung b800

Die gängige Methode seine Bestimmung zu finden ist die, seine Fähigkeiten, Interessen, Kompetenzen und Talente zu sammeln. Man listet in diversen Listen, also Mengen, auf, was man anzubieten hat. Dabei wird meist nach folgenden vier Kriterien unterschieden:

 

  • Talente, die man besitzt, also Begabungen, in denen man gut ist. Sachen, die man gut kann. Also quasi Fähigkeiten, für die man sich nicht groß anstrengen muss, die einem liegen.
  • Interessen, denen man nachgeht, quasi Hobbies. Sachen, die Spaß machen. Also quasi Tätigkeiten, die einem Freude bereiten und an denen man sich erfreut und ungern verzichten möchte.
  • Kompetenzen, die man sich im Laufe seiner Ausbildung angeeignet hat. Soft skills, die man gelernt hat, um Karriere zu machen. Fähigkeiten und Wissen, für die andere bezahlen werden.
  • Wertvolle Tätigkeiten, die einen Beitrag für die Menschheit liefern. Arbeit, die sinnvoll ist und erfüllend, in dem man seinen Tribut fürs Leben zollt.

 

Und diese Kiterien ergeben ja auch durchaus Sinn. Wir wünschen uns eine Arbeit, die sinnvoll ist und einen bestimmten Zweck erfüllt. Wir möchten einen Beruf, der die Welt besser macht. Denn wer arbeitet schon gerne in einer Firma, die nachweislich die Umwelt verschmutzt und zerstört, wenn er nicht müsste? Und ja, es ist auch wichtig, dass wir für unsere Dienste bezahlt werden und unseren Lebensunterhalt bestreiten können. Wir möchten weder Hunger leiden noch existenzielle Nöte durchleben. Wir möchten die finanzielle Freiheit unsere Wünsche zu realisieren und erfüllen. Aber auch die deutschen Azubis geben in Umfragen jüngst ihr Kriterium an. Sie sagen, der Spaß-Faktor sei wichtiger als das Gehalt. Wir müssen so lange arbeiten, da sollten wir die Tätigkeit wenigstens gerne ausführen, um dann auch motiviert zu Arbeit zu kommen. Und letzenendlich muss das uns natürlich auch liegen. Wer mag schon anstrengende Arbeit? Sie ist erschöpfend und macht müde.

Idealerweise haben wir also unsere 4 Listen und aus der Schnittmenge ergibt sich unsere Bestimmung. Wahlweise kommen noch weitere Kriterien dazu, z.B. Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder geographische Lage oder Arbeitskonditionen, wie Gleitzeit und Homeoffice. Diese sind aber konkrete Merkmale, die erst bei der individuellen Stellenbeschreibung relevant werden oder wenn man schaut, wie man sein Unternehmerplan umsetzt. Doch zuerst bleibt die Frage nach der groben Richtung und die muss alle Kriterien erfüllen. Doch was ist, wenn es keine Schnittmenge gibt?

 

OK, ich gebe zu, dass es sehr unwahrscheinlich, dass es wirklich gar keine Schnittmenge gibt, aber genauso ist es unwahrscheinlich, dass du deine Bestimmung auf Anhieb bestimmst. Und meistens ist man einfach zu ungeduldig. Man will sofort eine Antwort, aber Selbsterkenntnis brauche seine Zeit. Man muss sich Zeit nehmen Dinge zu finden, an denen man Freude hat. Man muss sich die Zeit nehmen, sich an diese zu erinnern. Dinge, an denen man als Kind Freude hatte. Dinge, die Mehrwert bringen sind jedoch nicht sofort ersichtlich. Gite Ideen brauchen ihre Zeit. Zu den Kompetenzen für die andere bezahlen: Meist ist uns gar nicht bewusst, wofür andere Bedarf haben und wofür diese Hilfe brauchen. Oder Chancen, die für uns offensichtlich, aber nicht wertvoll sind. Und last but not least gibt es natürlich die Begabungen. Für Vielbegabte ein Sammelsurium an Möglichkeiten. Aber der Fehler, auf den ich hinaus möchte ist nicht, dass wir ungeduldig sind und uns Zeit nehmen müssen unsere Fähigkeiten zu erkennen. Nein, es geht darum, dass wir diese Listen für statisch halten!

 

Der Mensch ändert sich, weil seine Umwelt sich ändert. Er passt sich an, adaptiert und wächst. Das heißt, der größte Fehler bei der Bestimmung deiner Fähigkeiten ist, dein Potential nicht mit in die Rechnung einzubeziehen. Carol Dweck, Psychologieprofessorin an der Stanford Universität, sowie Autorin des Buches „Selbstbild: Wie unser Denken Erfolge und Niederlagen bewirkt” geht von zwei Typ Menschen aus. Einerseits Menschen, die ein statisches Selbstbild haben und Menschen, die eher ein dynamisches Selbstbild haben. Sie argumentiert, dass der dynamisch Denkende, offener für neue Erfahrungen ist und daher erfolgreicher sein Leben bewerkstelligt. In diesem Sinne: Deine Listen, die deine Fähigkeiten beinhalten sind dynamisch! Wenn du glaubst, dass du selber auch wachsen kannst, wirst du erfolgreicher sein, deine Bestimmung zu bestimmen. ;)

 

  • Talente: Wer weiß welche Begabungen noch in dir schlummern, zu denen du noch gar keinen Zugang hast?
  • Interessen: Es gibt so Vieles an freudigen Tätigkeiten Ich bezweifle, dass du schon alles ausprobiert hast.
  • Kompetenzen: Man lernt im Leben immer dazu und es wird je nach Wirtschaftslage anderes nachgefragt sein.
  • Mehrwert: Ob nun die Menschheit oder eine einzige Person. Es wird immer wen geben, dem du helfen kannst.

Merke: Deine Bestimmung wirst nur du selber in der Lage sein zu bestimmen und zu erkennen. Und indirekt ist es auch eine Suche, indem du die einzelne Bestandteile der Bestimmung zusammenfügen und suchen musst.

 

  • Verzweifle nicht, dass deine Bestimmung dir nicht zufällt. Vielleicht ist die Zeit noch nicht reif. Vielleicht musst du noch wachsen, um deine Bestimmung ausfüllen zu können. Habe Geduld und arbeite derweil weiter an dir!
  • Sei nicht neidisch auf die, die ihre Bestimmung gefunden haben. Diese haben fleißig an ihrem Listenpotential gearbeitet. Sie haben investiert, um zu erhalten. Auch du kannst deiner Bestimmung näher kommen.
  • Wenn die Bestimmung etwas ist, was von dynamischen Eigenschaften abhängig ist, dann besteht die Gefahr, dass man es wieder verlieren kann. Weil mit der Zeit Dinge, die einem Spaß machen und wofür andere zahlen würden je nach Umstände und Wirtschaftslage sich wieder ändern können. Genauso verhält es sich mit deinem Beitrag und eine Hilfe, die wertgeschätzt wird und unsere natürlichen Fähigkeiten und Talenten, die mit der Zeit verblassen können.
  • Andererseits bedingt die Dynamik, dass es auch mehrere Bestimmungen geben kann. Denn mit der Arbeit an sich selber, der Persönlichkeitsentwicklung, samt Selbsterkenntnis wächst die Menge der Listen und damit die Wahrscheinlichkeit der Überschneidungen.
Also wachse, habe Vertrauen und sei emsig.

 

Ich hoffe dieser Artikel konnte dir weiterhelfen. Hier geht's weiter mit Teil II der Artikelreihe, indem ich einen weiteren Interpretationsfehler erläutere.

 

Kommentare

Frank
# Frank 24.05.2015
Sehr schöner Artikel zum Theme Bestimmung.
Ich habe meine Bestimmung in der Bewegung in der Natur gefunden, als ich tatsächlich viel Zeit hatte. Und ich habe mich von dem Gedanken frei machen können, das Menschen nicht bereit sind, für Dinge zu bezahlen, die mir Spass machen.
Wir alle geben Geld für Hobbys aus, von denen wir im Gegenzug oft annehmen, damit könne man kein Geld verdienen. Das ist der größte Trugschluß.
HG
Frank
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