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Zitat des Augenblicks

„Alle sehen in dir den, als der du erscheint. Wenige sind es, die dich als den fühlen, der du bist.”
Niccolò di Bernardo die Machiavelli, florentinischer Philosoph (1469-1527)

ca. 6 min Lesezeit

Kennst du die „Eating a frog”-Methode”? Sie wird als effiziente Herangehensweise angepriesen, um seinen Tag zu starten. Frei dem Motto: Beginne mit dem schlimmsten, dann wird's nur besser, soll man mit dem schwierigsten Projekt beginnen. Aber stimmt das wirklich? Ich bezweifle, dass diese Herangehensweise für jeden erfolgsversprechend ist … vor allem nicht für Vielbegabte.

 

Manches Leid kann man sich auch einfach ersparen

Beschäftigt man sich mit dem Thema Zeitmanagement und Produktivität, stößt man auf viele Methoden und Techniken, die als Allheilmittel angepriesen werden. Unbeachtet dessen, dass wir Menschen alle verschieden sind, wird unreflektiert angenommen, dass die Anwendung der jeweiligen Übung selbstverständlich immer zum selben Erfolgsergebnis führt. Falsch! Halten wir erstmal fest, dass viele Methoden und Techniken nur unter bestimmten Bedingungen erfolgreich funktionieren, d.h. man muss ein bestimmtes Mind-Set mit bestimmten Grundüberzeugungen haben, bestimmte Glaubenssätze zu Erfolg, Leistung oder Disziplin besitzen …

Kurz: Ob eine bestimmte Zeitmanagement-Technik bei dir passt, hängt von deinen Verhaltensweisen, deinem dazu passenden Wertekanon und deinen individuellen Motivationszielen ab. Eine funktionierende Methode muss daher zu dir passen und jede Methode und Technik sollte folgerichtig auf Praktikabilität geprüft werden und notfalls modifiziert und eben nachjustiert werden. Ich bezweifle grundsätzlich nicht, dass viele bewährte Methoden auch bei Vielbegabten und kreativen Seelen funktionieren können—  immerhin gewöhnt sich der Mensch an fast alles — allerdings ist das dann immer mit Anpassung, Disziplin und einem immensen Kraftaufwand verbunden. Meines Erachtens sollte man sich Lebens(bewältigungs)-Strategien aneignen, die das Leben einfacher machen, nicht schwieriger.

 

Über den nutzlosen Frosch

Über Geschmack lässt sich streiten, die Franzosen mögen immerhin Froschschenkel und wohl in jedem Land gibt es kulinarische Gerichte, auf die Kultur-Fremde mit verzogenem Gesicht reagieren. Doch was sagt uns die Eat-the-Frog-Methode?

  1. Es ist eine unangenehme Aufgabe und du musst dich durchquälen
  2. Wenn du sie hinter dir hast, bist du frei, dann wird es nur besser

Hilft diese Grundüberzeugung einem Vielbegabten und wird sie uns gerecht?


Zu Punkt1:
Es gibt komplexe Aufgaben, mühselige Aufgaben und ja vielleicht auch unangenehme, aber ein Vielbegabter giert nach Herausforderungen. Seien wir ehrlich: In Wirklichkeit lieben wir die Projekte, die uns fordern und fortschreiten lassen, die uns an unsere Grenzen bringen und wachsen lassen. Also warum schrecken wir vor unangenehmen Aufgaben zurück? Weil bereits die Sichtweise, dass es eine Qual wäre, fatal ist. Wir setzen vorher voraus, dass wir uns sicherlich durchquälen werden, und das definitiv keinen Spaß machen wird. Und die Vorstellung, dass wir es mit einem Frosch zu tun haben (eklig, klein, flutschig, meist sogar giftig) hilft uns ja auch nicht wirklich.

Mach von deiner Kreativität Gebrauch und fang an zu zaubern!

Aber was, wenn wir den Frosch einfach verzaubern? Wir setzen die tolle Reframing-Methode ein, eine Situation auch ins positive Licht zu rücken und verwandeln die unangenehme Aufgabe in etwas Schönes — was immer noch anstrengend ist — aber womit wir uns gerne beschäftigen. Bei mir wäre es wohl ein schwieriges Sudoku. Ich liebe Sudokus, aber ich bin unglaublich ungeduldig und sehe es inzwischen als Zeitverschwendung, aber „Löse das Sudoku" klingt immer noch besser als „Friss den Frosch". Letzteres hat was von Friss-oder-Stirb während das Lösen von Problemen wenigstens positiv in meinem Kopf konnotiiert ist.

 

Frage: Also, in was verwandelst du deinen Frosch?


Zu Punkt2:
Bin ich wirklich energiegeladener nach einer quälenden Aufgabe? Manche Menschen tun gut daran, dass sie unangenehme Aufgaben eben NICHT direkt am Anfang des Tages machen, da es den gegenteiligen Effekt hat. Sich durch eine unangenehme Aufgabe durchzuquälen frisst zu viele Ressourcen, sowohl an Energie als auch an Zeit, da es meist länger dauert. Man muss sich immer wieder überwinden sich auf diese Aufgabe zu konzentrieren und für Vielbegabte, die sich gern ablenken lassen stellt sich die Frage, ob sich der Aufwand gegenüber dem Ergebnis eigentlich lohnt. Denn oft fühlt man sich eben nicht freier, sondern nur ermüdet. Man reibt sich daran auf und statt sich inspiriert und stolz zu fühlen, hat man nicht mal für die angenehmen Aufgaben mehr Lust. Kommt dir diese Situation bekannt vor?

 

Mach dir unangenehmes schmackhaft und würze den Frosch

Eigentlich ist es doch egal, ob du nun am Anfang des Tages den blöden Frosch frisst, oder am Ende. Wichtig ist, dass er vom Tisch ist. Ob du ihn nun wegzauberst, verzauberst oder einfach plattmachst. Von Bedeutung ist, dass du am Tagesende einen signifikanten und sehenswerten Unterschied bemerkst — einen Arbeitsfortschritt. Die meisten Vielbegabten, die ich kenne — inklusive mir — brauchen etwas Zeit um nach einer Pause oder aus dem Kaltmodus warm zu laufen. Sie haben einen unglaublich starken Motor und erreichen Höchstgeschwindigkeiten von denen Andere nur träumen, aber brauchen halt ihre Zeit, um diese zu erreichen. Sie haben eine relativ geringe Beschleunigung, aber mit den entsprechenden Triggern, in Form von Inspiration, Flow und den individuellen Turbo-Buttons, die es zu kennen gilt, sind sie nicht zu stoppen.

Vielleicht brauchst du ein kleines Einstiegsritual, um warm zu laufen, um dich in Stimmung zu bringen, um dich mental auf den Kampf mit dem Frosch vorzubereiten. Denn je stärker und selbstsicherer wir uns fühlen, desto kleiner wirkt der Frosch, aber desto angenehmer ist es, sich mit ihm auseinanderzusetzen und kurzen Prozess zu machen. Aber irgendwann im Laufe des Tages sollten wir uns mit ihm beschäftigen und ihn aus der Welt schaffen, damit er am morgigen Tag nicht erneut vor der Tür steht!

 

Frage: Also, was sind deine individuellen Turbo-Buttons?

 

Herausforderungen, die es zu meistern, aber für die es sich auch zu begeistern gilt.

 

Mein modifiziertes Mantra: Push the view, not the Mountain.

Weltenbewegerin

 

Sezieren und in Häppchen schneiden oder am Stück aufessen …  Das Erledigen einer unangenehmen Aufgabe mit dem Essen eines Frosch zu vergleichen kann helfen, oder wie oben erwähnt eher weniger und man muss den Vergleich modifizieren. Ich persönlich habe bei großen Aufgaben immer einen Berg vor Augen, den es zu versetzen gilt. Dabei steht der Berg immer für eine anstrengende Arbeit, die eben mühselig und groß ist. Dabei steht es einem frei, den in einem Ruck zu versetzen, peu à peu abzutragen, Freunde zur Hilfe zu suchen oder eben einen Bagger zu mieten. Die zielführende Herangehensweise ist dabei nebensächlich, denn wichtiger ist erstmal, welche bildliche Vorstellung ich von dem Problem bzw. der Aufgabe habe und wie ich mich für diesen Gegenstand begeistern und ihn dadurch meistern kann. Es kommt auf die Sicht der Dinge an, sagt man so oft. Beim versetzten Berg ist es für mich die neue Aussicht, die als Belohnung dient und mich auch fortwährend begeistert und motiviert weiter Berge zu versetzen. Ich brauche immer wechselnde Aussichten vom Gipfel aus!

 

Wir halten fest:
  1. Ein Frosch ist nicht immer der beste bildliche Vergleich für eine unangenehme Aufgabe. Also, in was verwandelst du deinen Frosch?
  2. Manchmal müssen wir erst das Feuer in uns entfachen, um warm zu werden. Also, welche Anreize braucht du und was mobilisiert deine Energie?
  3. Herausforderungen müssen auch begeistern können? Also, welche Aussicht reizt dich?

 

PS: An alle Tierschützer, ich versichere hiermit, dass ich nichts gegen Frösche habe. Wirklich!

 

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