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Scannerpersönlichkeiten sind launisch, wankelmütig, unentschlossen, unzuverlässig, chaotisch, rastlos, wechselhaft, instabil, sprunghaft, flatterhaft, unberechenbar, undiszipliniert, inkonsequent und das schlimmste Wort von allen: Leichtlebig!

Fällt dir auf, dass diese Wörter ausnahmslos negativ konnotiert sind. Wenn dich jemand so nennt, ist das nicht nett gemeint. Warum dir das aber egal sein kann und warum du als vielinteressierte Person dich nicht mit diesen Worten — außer leichtlebig, das ist cool —identifizieren solltest, erläutere ich dir. Denn was ist falsch daran sein Leben leicht zu leben? Es sind doch nur die Erwartungshaltungen der anderen, die wir nicht erfüllen, aber diese meinen, dass wir sie erfüllen müssten. Blödsinn!

Deine sprunghafte Leichtlebigkeit ist deine größte Stärke, die selbst in Zukunft auf dem Arbeitsmarkt heiß gefragt sein wird.

Du bist nicht diszipliniert, du bist fokussiert

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen etwas diszipliniert und etwas fokussiert tun? In 99% der Fälle ist es dasselbe. Außer: Man kann auch diszipliniert unfokussiert sein. Heißt, dass Menschen sich durchquälen etwas abgelenkt zu tun, z.B beim Multitasken. Eine Todesqual für jede Scannerpersönlichkeit, die sich nicht erlaubt Dinge mit Herzblut zu tun und sich stattdessen zwingt etwas zu tun, dessen Zweck sie in Frage gestellt.

Fokussiert sein, das hingegen können Scannerpersönlichkeiten super. Sie sind die König des Flow. Vielinteressierte gehen in ihren vielen Interessen auf. Eine gute Möglichkeit das zu erreichen geht durch die Focal-Point-Strategie.

Du bist nicht unstet, du bist anpassungsfähig

Weil sie so aufmerksam und achtsam sind, begreifen Vielinteressierte das meiste schneller als der Durchschnitt. So etwas nennt man normalerweise, wenn man es wertfrei urteilt: Auffassungsgabe. Scannerpersönlichkeiten sind daher ziemlich gut, sich bei wechselnden Umständen einfach anzupassen, weil sie unbewusst begreifen was es benötigt.

Sprachbegabte Vielinteressierte, die Dialekte des Gegenübers unbewusst imitieren oder wenn sie merken, dass eine gängige Regel nicht mehr gilt, ihr Verhaltensmuster ändern sind keine Seltenheit. Serious? Das sind ziemlich coole Skills, die du da hast!

Die Definition von Wahnsinn ist,immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.

Albert Einstein

Du bist nicht launisch, du bist experimentativ

Abenteuerlustig die Welt bereisen, hauptsache unterschiedliche Orte; Ziemlich oft umziehen, denn man möchte ja die beste Arbeit als Jobhopper; Immer neue Lokale besuchen, damit man unterschiedliche Foodporn-Fotos (aka, das abfotografierte Menü) auf den sozialen Medien teilen kann; Sportjunkies, die immer extremere Sportarten ausprobieren müssen, Bungeejumping, Kyte-Surfen, den Himalaya besteigen ... Sind diese Menschen nicht auch launisch? Nene, die sind experimentativ.

Du merkst, wie wir ein Wort verstehen oder eine Bedeutung hineinlegen, hängt vom Kontext ab. Wende dich von falschen Kontexten ab! Du bist auch experimentativ. Man sagt dir du bist schnell gelangweilt von Dingen? Nope, andere Dinge reizen dich nur nach einer Weile mehr.

Du bist nicht rastlos, du bist neugierig

Kinder sind neugierig. Wenn sie rumhampeln ist das ein gutes Zeichen, dann lernen sie Neues. Sie erkunden ihre Welt, erforschen und wollen verstehen. Mein Vater hat letztens Anekdoten aus meiner Kindheit erzählt. Wie wir ins Kino gingen und ich jedes Mal total hibbelig war: Woher kommt das Licht? Aus dem Projektor? Warum gibt es mehrere Eingänge? Oh, das Licht wird an den Wänden dunkler. Da bewegt sich der Vorhang!

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Bei seiner zweiten Erzählung hat er erwähnt, dass mein Opa aus Versehen im Flugzeug die erste Reihe mal belegte. Man stelle sich also ein kleines Kind vor, das im Flugzeug vor einer Menge an bunten Knöpfen sitzt. Die waren in der ersten Reihe nämlich an der Wand und nicht an der Decke. Ich hab sie wohl alle gedrückt und selbst als sie abgeklebt wurden schaffte ich es immer noch. Ja, das schreibe ich mit einer gehörigen Portion stolz. 

Ich grinste als ich das hörte und freute mich. Ich ließ es einfach so stehen und dachte: „War ich toll! Na, ich bin’s immer noch“. Ich ließ es kommentarlos. Alles andere hätte eine Diskussion ausgelöste, wann und wieso das nicht gut sei. Ne, Neugier ist gut. Dein unbändiger Wissensdurst ist das schönste, was du besitzt. Neugier zeichnet dich aus. Ohne Wissensdurst würde dir was fehlen.

Du bist nicht inkonsequent, du bist dynamisch

Ein Mann, der Herrn K. lange nicht gesehen hatte, begrüßte ihn mit den Worten: "Sie haben sich gar nicht verändert." „Oh!", sagte Herr K. und erbleichte.

- Bertolt Brecht

Carol Dweck, Psychologin mit dem Schwerpunkt auf Motivation und Autorin des Buches „Mindset“ (auf Deutsch: Selbstbild — Wie unser Denken Erfolge und Niederlagen) bewirkt geht davon aus, dass ein dynamisches Selbstbild, also ein „growth mindset“ eine Bedingung dafür ist, um überhaupt Erfolg zu haben. Nur, wer sich stets weiterentwickelt und eben dynamisch anpasst, kann sich Herausforderung stellen.

Herr K. aus der oberen Geschichte, das ist Herr Keuner. Herr Keuner erbleicht, weil es doch erschreckend ist, sich über die Jahre nie verändert zu haben. Brr...!

Flexibel und Agil sind die fancy Modeworte des #NewYork

Der Arbeitsmarkt benötigt Fachspezialisten! Deshalb musst du unbedingt eine Spezialist und Experte sein, um für einen potentiellen Arbeitgeber attraktiv zu sein! Blödsinn.

Ich hab meine wirtschaftsphilosophische Abschlussarbeit über das Thema „Arbeit. Flexibilität. Entgrenzung.“ geschrieben und kann dir als mein Ergebnis getrost berichten: Die Unternehmen brauchen keine Spezialistin. Sie brauchen flexible Arbeitnehmer, die nicht nur Fähigkeiten einer starren Stellenbeschreibung ausführen, sondern in der Lage sind viele Fähigkeiten auszuüben und auch in Cross-Teams unterschiedliche Tätigkeiten auszuführen. Wer ist nicht besser dafür geeignet als eine vielinteressierte Scannerpersönlichkeit?

Agiles Management ist die Zukunft. Agilität bedeutet nämlich schnell und wendig. Unternehmen sollte durch agile Techniken in der Lage sein sich den künftigen Herausfoderungen in der wirtschaft zu stellen. Der deutsche Markt benötigt Vielbegabte, um weiterhin Wettbewerbsfähig zu sein. 

Lass dir keinen Bären aufbinden: Deine Sprunghaftigkeit ist deine Stärke.

Jede Stärke ist nämlich auch eine Schwäche und jede Schwäche kann auch eine Stärke sein. Entscheide dich deine vorhandenen Fähigkeiten auszuleben und nicht zu Schwächen degradieren zu lassen, weil andere Menschen, dir ihre Erwartungen aufdrücken wollen. Kläre deine Erwartung, dass es dich auszeichnet und deine größte Stärke ist.

Für Adjektive, also Eigenschaften, die dich auszeichnen, gibt es Synonyme. Mach dich auf die positiv besetzten Synonyme, mit denen du dich identifizierst. Lege die negativen ab und nimm sie erst an. Wortwörtlich annehmen von anderen Menschen!

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Werde dir bewusst, dass deine Begeisterungsfähigkeit für Neues eines deiner charakteristischen Merkmale ist. Erst, wenn du dich bedingungslos akzeptierst und liebst, wie du bist, kannst du alles werden, was du möchtest. Denn wenn du das, was du hast und bist akzeptierst, kann sich dein Selbst morgen frei entfalten mit dem, was du heute mitbringst.

Fallen dir ähnliche Reframing-Wörter ein. Also Wörter, die eine andere Perspektive eröffnen?