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Zitat des Augenblicks

„Manchmal wollen Menschen nicht die Wahrheit hören, denn das würde ihre ganze Illusion zerstören.”
Friedrich Nietzsche, dt. Philosoph (1844-1900)

ca. 6 min Lesezeit

Disziplin ist dieses böse Wort, was mit Zwang und Verpflichtung verbunden wird. Noch schlimmer sind die gängigen Assoziationen mit dem Wort Selbstdisziplin. Aber was ist Selbstdisziplin und vor allem: Was hat das mit Motivation und Willenskraft zu tun? Und was ist der Unterschied zwischen diesen beiden Wörtern? Im folgenden Artikel geht es um den effizienten Umgang mit diesen beiden Ressourcen. Effizienz, nicht Effektivität? Ja, richtig gelesen. Motivation und Willenskraft sind schon die richtigen Mitteln, mit denen du deine Ziele erreichst, aber der Umgang damit ist entscheidend! Was ich damit meine? Lies einfach weiter.

 

Bevor man mit Motivation und Willenskraft anfängt muss man sich der Selbstdisziplin zuwenden, soviel Ordnung muss sein. Und da fängt es schon an, denn Disziplin ist Ordnung schaffen. Wir verbinden es mit Zucht und irgendwie mit Zwang, denn Disziplin ist in unserem Sprachgebrauch ein negativ geladenes Wort. Was ist ein höherer Gut als Freiheit – heutzutage? Und Selbstdisziplin verbinden wir deswegen mit Zwang, weil wir uns zusammenreißen müssen oder gar auf etwas verzichten müssen, um etwas anderes dafür zu erreichen. Wir müssen uns kontrollieren und beherrschen. Kann das bereichernd sein, wenn alle Welt davon spricht sein Leben auszuleben und seine Passionen auszuleben?

Alles ist eine Frage der Betrachtung

Ich will ehrlich sein: Ich hasse Disziplin. Disziplin ist dieses Wort, dass nur bei Erwähnung alle meine Motivation etwas zu tun wie ein schwarzes Loch aufsaugt und einfach zerstört. Aber ich gebe zu, dass es eben mit dem zu tun hat, was ich damit unbewusst verbinde. Und Dank Schule und Erziehung ist es nichts Schönes. Und letztlich lasse ich zu, dass meine Motivation davon zerstört wird. Also, was tun? Ich mache Selbstdiszplin zu meinem Freund! „Selbstdiszplin kann auch dein Freund werden”, könnte ein passender Werbeslogan an dieser Stelle sein. Ok Ok, wir reißen uns mal zusammen! Ich meine damit: Wir tun Selbstdiszplin Unrecht. Und tief in deinem Inneren weißt du auch, dass wir unfair einseitig betrachten. Selbstdiszplin hat auch auch gute Seiten.

Denke an all die Schönheit, die dich noch umgibt, und sei glücklich!

Anne Frank (1929-1945)

 

Unpassendes Zitat? Nicht wirklich. Anne Frank hat richtig erkannt, dass wir nur unseren Fokus richtig setzen müssen. Das ist Reframing und das versuchen wir jetzt. Wir verlassen unseren festgefahrenen Bezugrahmen und wechseln die Perspektive. Und los: Wikipedia sagt zum Thema Selbstdisziplin, dass es ein ein Verhalten sei, dass Anstrengungen aufwendet, um Ablenkungen einer Zielvorgabe entgegenzuwirken. Das heißt:

  1. Selbstdisziplin schützt vor Ablenkung (Stichwort: Fokus)
  2. Selbstdisziplin braucht Anstrengung (Stichwort: Kraftstoff)

Das heißt aber wiederum, dass Selbstdisziplin erst mal nichts mit Zwang zu tun hat, weil eine „Zielvorgabe” ja auch selbstgesetzt sein kann. Zielvorgaben sind deine Wünsche, Träume, eben das, wonach du strebst, was du auf irgendeine Art und Weise auch willst. Nachdem wir nun also Selbstdisziplin gar nicht mehr so schlecht finden, können wir zum eigentlichen Thema kommen: Den effizienten Einsatz von Motivation und Willenskraft.

Was ist dein Kraftstoff: Motivation oder Willenskraft? Beides?

Um etwas zu erreichen, müssen wir Kraft aufwenden. Wir tausches meist etwas Gutes für etwas Besseres ein. Wir investieren (Input) für einen bestimmtes Ergebnis (Output). Und meistens verlassen wir uns auf unsere Motivation, um etwas zu tun. Motivation ist immerhin was schönes: Es bedeutet Lust haben etwas zu tun. Es bedeutet Spaß! Aber es fängt an problematisch zu werden, wenn man nicht motiviert ist etwas zu tun. Wir kriegen Probleme, wenn wir uns nur auf Motivation verlassen. Dann heißt es: „Ich muss mich erst motivieren, dann fange ich an”. Motivation wird zur Bedingung des Handelns. Keine gute Taktik, es ist keine solide Quelle. Dann müssen wir erst tricksen, um Motivation zu aktivieren, um etwas anderes zu tun. Dafür gibt es dann Motivationsübungen. Und meistens klappt es auch. Von daher spricht nichts dagegen, dass wir Motivation als Ressource und Kraftstoff nutzen. Aber was tun, wenn du dich einfach nicht motivieren kannst?

 

Jeder kennt es: Du hast eine Erkältung oder bist zu müde, um dich zu motivieren. Vielleicht hattest du auch einen schlechten Tag und findest einfach nicht deine innere Treibkraft. Vielleicht liegt es auch an deinem Blutzucker, den Hormonen oder irgendwas anderes, was du nicht beeinflussen kannst. Wie schaffst du es trotzdem Dinge anzugehen, wenn du dich nicht danach fühlst? Du greifst zur unterschätzten Alternativquelle: Willenskraft. Willenskraft ist die magnetische Anziehung, die dich zu einem gewollten Ziel hinführt, ohne dass du Lust verspüren musst dich dahin zu bewegen. Du tust es einfach, weil du weißt, dass du dahinwillst! Ist das nicht Jacke wie Hose? Jein. Letztendlich ist es egal, womit du dein Ziel erreichst. Wichtig ist, dass du es erreichst. Sowas nennt man Effektivität. Wichtig ist aber, dass du mit deinen Ressourcen richtig umgehst. Das nennt man dann Energiemanagement.

 

Effizienter Umgang mit deinen Kraftstoffen

 

Effektiv ist, die richtigen Dinge zu tun. Effizienz ist, die Dinge richtig zu tun. Effektiv ist es somit sowohl Motivation als auch Willenskraft überhaupt anzuwenden. Effizienz ist der optimale Einsatz dieser Ressourcen. Stephen Guise verdeutlicht in seinem Buch „Mini-Habits” anschaulich in einer Grafik das Verhältnis von Motivation und Willenskraft. Auf der x-Achse ist die Motivation abgebildet während auf der y-Achse die Willenskraft zu finden ist. Hast du Motivation brauchst du keine Willenskraft, weil du deinen Willen nicht einsetzen musst für etwas, was du bereits wirklich tun möchtest. Sicherlich benutzten wir in den meisten Fällen beides, aber die Grafik ist ideal, um sich zu verdeutlichen, dass man beides strategisch einsetzen kann. Denn keiner der beiden Ressourcen ist unendlich in einem vorhanden.

 

Als Ergänzung: Die Grafik ist als relationale Angabe zu verstehen. Jeder Mensch hat unterschiedlich viel Motivation oder Willenskraft zur Verfügung. An deiner Willenskraft kannst du aber arbeiten und diese trainieren. Willenskraft ist ein Muskel!

 

Begriffe und Differenzierungen bestimmen unser Weltbild

Ist das nicht irgendwie Wortklauberei? Ja, ist es. Aber es ist eine hilfreiche, weil sie eine differenzierte Betrachtungsweise an den Tag legt und zu einem besseren Verständnis führen kann, wie wir Menschen ticken. Es ist ein Modell, was Variablen bestimmt und Wechselwirkungen darstellt, damit wir bewusster Entscheidungen treffen können. Wie wir die Welt sehen bestimmt unser Handeln in der Welt. Unser Paradigma, also unser Weltbild, hängt wiederum davon ab, was wir für wahr halten.

 

Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt

Ludwig Josef Johann Wittgenstein, österr. Philosoph (1889-1951)

 

Unsere Glaubenssätze bestimmen unser Mind-Set. Und wenn wir uns ausschließlich auf Motivation verlassen und Willenskraft zur Zielerreichung gar nicht in Betracht ziehen, weil wir keinen Begriff davon haben, ist das doch eine Einschränkung und ein Verlust, den wir anerkennen müssen.

 

 

Zusammenfassung:

  • Motivation ist deine Treibkraft aus dem Inneren. Sie treibt dich an und bewegt dich, weil du Lust hast etwas zu tun. Du siehst Sinn darin, eine Tätigkeit auszuüben.
  • Willenskraft ist deine Stärke etwas zu Erreichen. Sie zieht dich auf etwas, wonach du strebst, weil du dorthin willst. Du siehst Sinn darin, nach einem Ziel zu streben.
  • Selbstdisziplin ist dein Freund und schützt dich davor abgelenkt zu werden, sodass du dein Ziel vor Augen verlierst!

 

Kommentare

JTea
# JTea 27.09.2017
Interessanter Artikel.
Ich assoziiere Motivation mit dem Herzen, man ist mit dem Herz bei der Sache.
Willenskraft und Selbstdisziplin assoziiere ich mit dem Kopf.
Arbeiten ohne Motivation ist für mich: der Kopf steuert und befiehlt dem Körper etwas zu tun oder zu denken, obwohl das Herz gerade nicht mag.
Das kann ich beschränkt am Tag mal machen, um über Motivationslöcher drüber zukommen, aber dauerhaft geht das nicht gut. (Bzw. ...ging das bei mir nicht gut.)
Wenn Arbeiten ohne Motivation länger nötig ist, frage ich mich ob es die richtige Aufgabe ist, ob ich das wirklich auch mit meinem Herzen tun will. Falls nicht muss ich die Aufgabe bleiben lassen, etwas ändern, so dass das Herz mit einverstanden ist, oder Aufgabe zeitlich beschränken und mehr andere Dinge, egal ob Arbeit oder Hobby, machen für die ich "motiviert" bin, sprich wo das Herz dabei ist.
Daher gefällt mir persönlich die Grafik auch nicht. In der Grafik sieht es so aus, als ob Willenskraft die gleiche innere Kraft oder Treibstoff / Energie enthält wie Motivation. Meiner Erfahrung nach: Wenn man dauerhaft auf 100% Willenskraft arbeitet, sinkt die innere Kraft/Energie langsam aber stetig mit der Zeit und irgendwann kommt man an einem Punkt der gar nicht schön ist. Arbeiten aufgrund von Motivation über einen längeren Zeitraum, schmälert bei mir nicht die Energie (im Sinne der inneren Kraft). Ich finde, die Motivation ist nicht so ein Energiefresser wie die Willenskraft oder Selbstdisziplin. Im Gegenteil, etwas mit dem Herzen zu tun, kann einem Kraft zurück geben....
Willenskraft und Selbstdisziplin sind für mich so kurze Booster, und Motivation der Dauerbrenner. :)
... solange man Willenskraft und Selbstdisziplin mit dem Kopf und Motivation mit dem Herz assoziiert.
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