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Zitat des Augenblicks

„Der Glaube an eine größere und bessere Zukunft ist einer der mächtigsten Feinde gegenwärtiger Freiheit.”
Aldous Huxley, brit. Schriftsteller (1864-1963)

ca. 5 min Lesezeit
minimalistisch, vernünftig oder visionär Dinge starten?

Das Planen von Projekten ist sowieso schon schwierig genug, wieso dann erst ein Projekt in dreifacher Ausführung planen? Im Prinzip planst du ein Projekt nur einmal, aber sortierst für dich, was davon bestmöglich, vernünftig und definitiv nötig ist, um das Projekt abzuschließen. 

Diese Projektmanagement-Methode hat im Fokus Vorhaben zu beenden und abzuschließen. Wenn du nämlich 3 Ziele hast, ist es einfacher, mindestens eins davon zu treffen.

Schauen wir der Realität ins Auge: Es ist ganz schön blöde Dinge nicht abzuschließen. Nicht nur, weil wir andere enttäuschen, sondern für uns. Du zehrst Unabgeschlossenes irgendwie ständig hinter dir her. Als Ballast machen sich unfertige Projekte schwer und schwerer auf deinem Rücken bemerkbar. Der Zeigarnik-Effekt lässt grüßen: Offene Schubladen in deinem Kopf, unzählige, über die du ständig stolperst.

Erst, wenn du loslässt, hast du die Hände frei, um nach Neues zu greifen!

Wir fallen als Scanner-Persönlichkeitn meist schon bei der Planung in folgende Stolperfallen:

  1. Wir unterschätzen Ablenkungen und mögliche neue Projekte, die uns künftig reizen werden. Du planst deinen Puffer und Zeit für Anderes zu gering ein.
  2. Wir überschätzen unsere Motivation über längere Zeit. Deine momentane Entschlossenheit antizipierst du nicht in die Zukunft.
  3. Das Warum eines Projekts ist unklar? Du bist unsicher, was dein Zielvorhaben ist und was du selber erwartest.

Was sind deine Erwartungen von einem Projekt? Was bezweckst du , wenn du ein Vorhaben beginnt? Wonach richtest du dein Ziel aus, wenn du etwas planst?

Barbara Sher vergleicht in ihrem Buch „Du musst dich nicht entscheiden, wenn du 1000 Träume hast“, die vielbegabte Scanner-Persönlichkeit mit einer besonderen Biene mit kurzem Rüssel. Bienen fliegen von Blume zu Blume, um deren Nektar aufzusaugen. Ist der Nektar alle, fliegen sie emsig und fleißig zur nächsten Blüte. Vielinteressierte Scanner sind können einfach weniger Nektar an einer Blume sammeln und fliegen deshalb schneller als andere zur Nächsten. Niemand würde nun erwarten, dass diese Bienen sich mühselig abrackern den Nektar vollständig zu sammeln, da es ja produktiver und effektiver ist, wenn sie einfach zur nächsten summen.

Wie lang ist deine Motivation?

Was reizt dich instrinsisch?

Woran orientierst du dich extrinsisch?

Wider dem visionären Perfektionismus?

Als Deutsche neigen wir zum Perfektionismus. „Wenn schon, denn schon“, das ist die Devise. Auch ich als visionär denkender Mensch neige zum idealen Denken. Seit meinem 18. Lebensjahr prägt mich das Lebensmotto, was meine Mutter mir auf einer Geburtstagskarte schenkte: „Wer nach Großem strebt, wird Großes erreichen!“. Allerdings komme ich auch damit klar zu scheitern, auf meiner Erfolgliste habe ich genügend stolze Ergebnisse zu verzeichnen. Dass ich „Scheitere“ bringt mich nicht mehr in die existentielle Sinnkrise, wichtig ist mir, dass ich es ohne Reue nach Bestem Gewissen versucht habe. Zu dieser Einstellung muss man allerdings erst gelangen. Was läuft bei mir anders?

StrebenNachGrossem 800

In normalen Projektmanagement-Büchern und Ratgebern wird empfohlen mindestens 30% Puffer einzuplanen. Ich plane mit 60% ungeplanter Zeit, weil ich weiß, dass immer wieder tolle Angebote und Chancen auf mich zugeflogen kommen. Ich möchte die Freiheit haben diese ergreifen zu können. Dafür nehme ich in Kauf, dass alles andere selbstverständlich länger dauert und das ist in Ordnung. Die 40% eingeplante Zeit konzentriere ich auf meine Focal-Points. Schwerpunktthemen, bei denen ich entschiede habe, mich vorerst mit ganzer Energie darauf zu commiten. Komme, was wolle.

Ich denke groß, plane realistisch und handle minimalistisch.

Alle  Vorhaben außerhalb den Focal-Points müssen irgendwie Platz in den 60% restliche freie Zeit finden. In dieser Zeit müsste ein Vorhaben demnach auch beendet und abgeschlossen werden.

Die 3-Erwartungshaltungen ein Projekt abzuschließen:

  1. Das Ideal: Wie du etwas planen würdest, wenn du alle Zeit der Welt und Motivation hättest. Das ist der visionäre Zustand etwas Bestmöglich zu planen
  2. Das Reale: Wie du etwas mit genügend Puffer und Freiraum einplanst, wenn die Dinge gut stehen und dein Selbstbewusstein stark ist.  Das ist der vernünftige Planungszustand.
  3. Das Minimale: Wie du etwas vollendest, damit du es erfolgreich beendet hast.  Das ist der nötige Planungszustand, um etwas mit Stolz loslassen zu können.

Wenn du dir angewöhnst dir 3 mögliche Zielvorgaben für ein Vorhaben vorzustellen, entwickelst du ein Gefühl dafür, bei welchen Projekten du unterschiedlich Maßstäbe setzt, um sie als Erfolg zu verbuchen.

Ein einfacher, dir Freiheit und Struktur gebender, Rahmen

Du wirst jederzeit die Freiheit haben, dein Bestes oder das Nötigste zu geben, um dein Ziel erfolgreich zu erreichen. Weil dein übergeordnetes Ziel ist, die angefangenen Dinge zu beenden, weil dir ja immer bewusst ist, warum du die Vorhaben angefangen hast. Gerade dann, wenn deine Motivation schwindet bleibt dir als Vielinteressierter klar vor Augen, was Must-Have und Nice-To-Have bei der Planung ist.

Letztendlich ist Selbsterkenntnis der Grundstein, um vernünftige Erwartungen an sich selber zu haben, damit man sich gut tut. Erst wenn du deine eigenen Erwartungen klar formulieren kannst, kannst du sie nach außen vertreten und lässt sich von den Erwartungen anderer nicht mehr negativ beeinflussen. Ich wende die Methode immer an, wenn ich einzelne Schritte notiere.

IdealRealMinimal 500

Bewerte die einzelnen Schritt nach folgenden Kriterien:

  • Diese Schritte, muss ich machen, damit das Projekt voran kommt
  • Das sollte ich machen, damit ich am Projekt dranbleibe
  • Diese Dinge könnte ich machen, falls ich genügend Zeit für das Projekt habe

Diese 3-Status-Planung gibt dir die Sicherheit mit Bestimmtheit priorisieren zu können. Da du von vornherein eingeordnet hast, welche Schritte du machen musst, solltest und könntest. Du hast es entschieden, niemand anderes!

Am Anfang scheint es ungewohnt, aber durch Beobachtung und Analyse wird dir bewusster, was dich bei Projekten intrinsisch reizt, damit du Spaß daran hast oder sie überhaupt angehst.

Beende Projekte nach den Kriterien, die für dich Erfolg auszeichnen — nicht nach den Maßgaben Anderer.

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Was hältst du von dieser Methode? Probier sie doch einmal aus und berichte mir davon.

Kommentare

Nadine
# Nadine 10.02.2017
Hey,

vielen Dank für diesen Artikel. Ich finde es sehr interessant, mir bei jedem Projekt Gedanken über das "Muss", "Sollte" und "Kann" zu machen. Werde es auf jeden Fall in nächster Zeit verstärkt ausprobieren. Ich denke, dass mir das nicht nur zeigt, wo der Reiz an Projekten im Allgemeinen für mich liegt, sondern auch meine intrinsische Motivation für das aktuelle Projekt steigern wird.

Danke für den Tipp und schöne Grüße

Nadine
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Yasemin Akdemir
# Yasemin Akdemir 14.02.2017
zitiere Nadine:
sondern auch meine intrinsische Motivation für das aktuelle Projekt steigern wird.

Liebe Nadine, Danke für deinen Kommentar. Es freut mich, dass dir der Artikel gefällt. :)

Ich denke, das ist das wichtigste. Für sich selber festzuhalten, wozu man überhaupt ein Projekt macht. Mit der Zeit nämlich wird das immer unklarer und es mischen sich Erwartungshaltungen von anderen dazu.

Bitte ;) Grüßken, Yasemin.
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