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Zitat des Augenblicks

„Am reichsten sind die Menschen, die auf das Meiste verzichten können.“
Rabindranath Tagore, bengal. Dichter (1861-1941)

ca. 6 min Lesezeit

Heute erzählt uns Benjamin über sein Leben als vielbegabte Scannerpersönlichkeit und was er lernen dürfte. Lies, was er dir an Erfahrungen und Tipps mitgeben möchte:

„Bei meinen Freunden war ich lange Zeit als der Mensch bekannt, der viel anfängt, aber nichts zum Ende bringt. "Warum auch nicht?", muss ich ehrlich fragen. Es ist doch meine Sache, ob es mir um den Erfolg des Abschließens geht, oder ob mir der Rausch der neuen Idee ausreicht. Doch fangen wir vorne an …

Dass ich eine Scannerpersönlichkeit bin, weiß ich noch gar nicht so lange. Wer sich mit dem Thema beschäftigt und sich meinen Lebenslauf und die Projekte anschaut, wird schnell merken, dass es stimmt. Ich sprudle nur so vor Ideen und würde am liebsten alle paar Wochen ein neues Projekt starten. Da ich hauptberuflich als Dozent arbeite und Unternehmen gründe, habe ich darin durchaus meine Passion gefunden. Vor ein paar Jahren war das noch nicht so. Da bin ich vollkommen genervt von meinem damaligen Job als Projektmanager nach Hause gekommen und habe mir in meine Handynotiz geschrieben, was ich mir alles wünsche: „viel Geld, wenig Stress, die Fähigkeit abzuschalten, ein Buch schreiben, erfolgreich und angesehen sein, perfekte Work-Life-Balance, ein Basement-Projekt, auf das ich mich immer wieder zurückziehen kann und das meine innere Konstante bildet.“

Der Grundpfeiler meiner Passion

Als ich diese Worte aufschrieb, war mir nicht bewusst, dass sie einmal der Grundpfeiler meiner Passion sein würden. Es war ein langer und steiniger Weg bis hierhin. Aber als Fazit kann ich sagen, dass ich mittlerweile über ein gutes Einkommen verfüge, nicht allzu viel Stress in meinem Leben habe, die Fähigkeit abzuschalten kommt mich immer mal wieder besuchen, ich habe mehrere Bücher geschrieben, die recht erfolgreich laufen, gut angesehen bin ich auch, die perfekte Work-Life-Balance habe ich zwar definitiv noch nicht entdeckt, dafür habe ich aber mein Basement-Projekt, meine innere Konstante, gefunden.

Und nun kommst du ins Spiel. Überall heißt es: Du brauchst nur deine Passion zu finden, dann hast du deine Probleme als Scannerpersönlichkeit gelöst. Doch wie du daran festhältst, verrät dir niemand. Eine perfekte Lösung gibt es dafür meiner Meinung nach auch nicht. Doch genau da liegt auch der Knackpunkt. Denn ich musste für mich feststellen, dass ich nicht eine Passion habe, ich habe viele Passionen - und die halten in der Regel nicht allzu lange an. Es gibt so viele tolle Dinge da draußen in der Welt. Warum sollte ich mich nur an einen fantastischen Traum ketten lassen? Es gibt eine Regel für mich: es gibt nichts, was ich nicht schaffen kann, ich muss es nur wollen!

Ich musst erst lernen, mich selbst zu akzeptieren

Es hat viele Jahre gedauert, bis ich mich akzeptieren konnte, wie ich bin. Und es gehört nun einmal dazu, dass ich leistungsfähiger bin als viele Menschen um mich herum. Damit einher geht aber auch ein Mangel an Konstanz. Ein Projekt, das mich heute über die Maßen begeistert, kann mir morgen schon wieder egal sein. Gerade in Zeiten, wo ich das Gefühl habe, wenig voran zu kommen, packen mich die Ideen nur so. Ich liege dann stundenlang wach und male mir im Kopf aus, wie die Projekte funktionieren könnten. Ich löse komplexe Probleme im Kopf und baue mir eine fantastische Welt zusammen. Ob ich das Projekt am nächsten Morgen noch weiterführen möchte, steht auf einem ganz anderen Blatt. Ich habe seit Jahren mehrere Dateien mit unheimlich tollen Geschäftsideen. Sie liegen da und liegen.... Logischerweise hat mit der Zeit eine große Frustration eingesetzt. Frustration darüber, dass ich keinen Erfolg für mich erzeugen konnte. Natürlich macht es Spaß, Ideen hinterher zu rennen. Doch wie viele andere Menschen auch, suche ich nach Anerkennung und deswegen natürlich auch nach Erfolgen, die ich vorweisen kann. Doch die blieben aus.

Meine Passion habe ich durch Zufall gefunden

Bis ich eher durch Zufall meiner (damals noch einzigen) Passion gefolgt bin. Mit 27 Jahren habe ich mein Studium in "General Management" nachgeschoben. Zum Ende hin war klar, dass ich einem neuen Job nachgehen muss. Ich wollte unterrichten. Ich wollte Dozent sein. Meine Passion! Endlich hatte ich sie gefunden. Rasant ging es los. Innerhalb von anderthalb Jahren konnte ich meinen Unternehmensgewinn auf knapp 60.000 € steigern. Und die Schattenseiten kamen dazu. Denn zu unterrichten bedeutet, zu einem festen Zeitpunkt für eine feste Zeit verfügbar zu sein. Es bedeutet, in diesen Zeiten nichts anderes tun zu können. Es bedeutet, dass ich immer dafür sorgen muss, dass es anderen in der Zeit, in der ich ihr Dozent bin, gut geht. Ich muss mich für diesen Job sehr stark selbst zurückstellen. Und wie sollte es anders sein, die Idee und neuen Projekte sind mit der Zeit immer stärker auf meinen Kopf eingestürmt.

Also habe ich versucht noch Projekte nebenbei zu starten. Ich bin einige Male mit kleineren Versuchen gescheitert. Doch ich habe daran festgehalten. Bis es irgendwann funktionierte. Das erste Nebenprojekt, das sich erfolgreich durchsetzen konnte, waren meine Bücher. Und dann habe ich es begriffen:

Meine Passion ist es, Passionen zu haben

Ich bin dem Wunsch des Unterrichtens gefolgt und ich habe darin eine meiner vielen Passionen gefunden. Doch vor allem habe ich begriffen, dass es das geringste Übel ist: Eine Aufgabe, die ich machen kann, die mir genug Geld bringt, damit ich meine anderen Passionen leben kann. Denn was mache ich noch: ich gründe Unternehmen. Ich starte neue Projekte. Dafür brauche ich Zeit und Geld. Beides bietet mir der Job als Dozent. Diese Tätigkeit ermöglicht es mir, eine Vielzahl anderer Projekte nebenbei zu leiten. Und gleichzeitig wirft es genug Geld ab, so dass ich die anderen Projekte auch wirklich starten kann.

 

Aber habe ich deswegen meine Passion verloren? Ist das Unterrichten meine eine Passion? Weder noch. Ich wiederhole es noch einmal: Meine Passion ist es, Passionen zu haben.

Du brauchst ein Basement-Projekt

Gerade in den letzten Wochen habe ich mich sehr viel über den Job als Dozent geärgert, weil er mir gefühlt sehr viele Freiheiten nimmt. Doch er ist mein Basement-Projekt. Er gibt mir die Möglichkeit "ich" zu sein und immer dann, wenn ich nicht im Unterrichtsraum stehe, meinen Träumen nachzujagen. Er bildet die Grundlage, um meiner Scannerpersönlichkeit und den vielen damit verbundenen Passionen freien Lauf zu lassen. Er ermöglicht es mir, dass ich nicht krampfhaft an einer Passion festhalten muss, sondern ich darf meine Träume leben. Deshalb ist das Einzige, woran ich nicht sägen darf, dieses Basement-Projekt.

Was ich dir damit sagen will, ist, dass es nicht nur eine Passion für dich geben muss. Du kannst viele Passionen haben. Und es ist ebenso ok, diesen vielen Passionen immer nur eine kurze Zeit zu folgen. Wichtig ist, dass du dein eigenes Basement-Projekt findest. Dein geringstes Übel, das dir genug Geld und Zeit bietet, damit du auch wirklich du sein und deine Träume zu echtem Leben erwecken kannst. Dann brauchst du nicht zu lernen, wie du an deiner Passion festhalten kannst. Denn du kannst jede Passion leben, die dir gefällt."

Kommentare

Robin
# Robin 09.07.2015
Ein guter Artikel, der angenehm zu lesen ist, ohne das man nebenbei noch Dinge erledingen muss.

Es ist interessant, wie du es geschafft hast, deine Arbeit als Dozent mit deinen weiteren Passionen unter einen Hut zu bringen und immer noch daran festhälst, was meiner Meinung nach, Respekt verdient und auch ein gutes Vorbild abgeben kann.

Auch wenn ich noch ganz am Anfang stehe, hoffe ich auch irgendwann so eine gute Basis zu finden.
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Katrin
# Katrin 25.01.2018
Ein wirklich toller Artikel. Mir geht es ebenso. Ich bin gerade dabei mich als freiberufliche Altenpflegerin selbstständig zu machen. Das soll mein Basement Projekt sein, ohne das ich bisher wusste das man es so nennen kann ;-) Und nebenbei möchte ich viele andere Projekte verfolgen. Z.b. immer mehr Coachen (mache gerade eine Ausbildung), Podcasts, Youtubes... Und vieles mehr wird mir bestimmt noch einfallen.
Ausserdem fotografiere ich sehr gerne, habe immer mal wieder kleine Aufträge... Ach, es ist so schön immer wieder andere Dinge zu tun. Und jetzt, wo ich sicher bin, einen guten Weg gefunden zu haben, nämlich eben freiberuflich Geld zu verdienen statt in Anstellung, fühle ich mich so frei und weiß, ich kann jetzt einfach alles gut einteilen und ausprobieren. Denn ich bin mein eigener Chef.
Dir weiterhin viel Erfolg bei allem !
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