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Zitat des Augenblicks

”Um sein eigenes Ich zu finden, muss man zuerst viele Masken probieren.”
Petra Fürst, dt. Diplompädagogin (1977-)

ca. 7 min Lesezeit

Dieser Artikel ist mein eigener Teilnahmebeitrag zur #BLOGPARADdrankLEBENbleiben. In in diesem Artikel erfährst du, welche zwei Dinge du als Scanner kennen musst, damit du Dinge besser beenden kannst. Weiterhin erhältst du von mir vier Scanner-spezifische Planungsmethoden, damit du deine Projekte auch erfolgreich realisierst.

 

Dinge beenden

 

Vielinteressierten Scanner-Persönlichkeiten wird oft vorgeworfen, dass sie Projekte nicht beenden können. Das stimmt meines Erachtens nicht ganz. Man muss zu einem anderen Verständnis kommen, was „Beenden” für Scanner heißt. Außerdem brauchen sie ergänzende Planungsmethoden und -tricks, die einem helfen bei vielen parallel verlaufenden Projekten, die Prioritäten weiterhin zugunsten der Vorsätze zu halten und sich trotz vielfältiger anderer interessanter Dinge, doch nicht zu viel für andere Impulsen zu begeistern, dass die ursprünglichen Vorhaben in den Hintergrund geraten.

 

Barbara Sher, die den Scanner-Almanach „Du musst dich nicht entscheiden, wenn du 1000 Träume hast”, geschrieben hat, erklärt es mit einem Tier-Gleichnis:

 

Scanner-Persönlichkeiten sind wie Honigbienen. Sie fliegen von Blüte zu Blüte und schöpfen den Blütenstaub ab. Und dann fliegen Sie auch wieder weiter. Oft ist nicht der ganze Blütenstaub an einer Blüte abgeschöpft, denn der Rüssel der Honigbienen ist relativ kurz, sodass sie nur soviel Blütenstaub mitnehmen können, wie sie auch aufnehmen können. Niemand würde bei Honigbienen auf die Idee kommen zu sagen, dass sie nicht richtig Honig sammeln können oder den Blütenstaub nicht richtig „fertig” abgeschöpft haben.

 

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Und damit sind wir schon bei der ersten Planungsvariable, die bei Scannern anders ist, die Aufmerksamkeitsspanne.

1. Kenne deine motivative Haltbarkeitszeit

Aufmerksamkeitsspanne klingt irgendwie so als wären alle Scanner ADHSler. Das stimmt nicht. Aber nennen wir diese Variable doch einfach „motivative Haltbarkeit”. Weißt du, wie lange du dich mit Dingen beschäftigen kannst, bevor sie dich langweilen oder nicht mehr interessieren? Wovon hängt es ab, dass du dich weiterhin für Dinge interessiert? Noch wichtiger: Wann wird ein Projekt für dich uninteressant? Diese Fragen sind deswegen so wichtig, weil du dir von vornherein nicht Vorhaben setzen solltest, die du weder wirklich willst noch problemlos erreichen kannst. In unseren Köpfen wuseln im Hintergrund oft die Vorstellungen der Anderen, sei es Freunde, Bekannte oder Familie, herum, wie wir denken, wie sie meinen, wie man Dinge oder Projekte beenden müsste. Komplizierter Satz? Naja, wir machen es ja auch meist komplizierter als es sein muss. Wenn du dir allerdings die Arbeit erleichtern willst, finde heraus, wie lange du dich überhaupt mit etwas beschäftigen möchtest.

2. Kenne deinen Arbeitsrythmus

Allgemeine Projektmanagementmethoden sollte man als Scanner nicht unkritisch übernehmen, solange sie nicht individuell an dich angepasst sind. Zur Orientierung helfen sie allerdings. Ich lege jedoch nahe, die allgemeinen Tools zumindest, was die zeitliche Komponente angeht, an den eigenen Rhythmus anzupassen. Beschäftigt man sich mit dem Arbeitstyhmus der Menschen, stellt man fest, dass das wirklich bei jedem Menschen anders ist. Wichtig ist daher zu wissen, wie und wann man seine Projekte auf eine Tages-, Wochen- oder gar Stundenplanung terminiert und konzentriert sein kann.

 

Ich zum Beispiel mag es nicht, mich Tag auf Tag mit denselben Dingen zu beschäftigen, am liebsten plane ich daher in rythmischen Wochen, wo ich Wochenpläne mache. Oft wiederholen sich jedoch tätigen innerhalb dieser Woche alle 2-4 Tage. Für mich ist es nahezu eine Unmöglichkeit Dinge wirklich jeden Tag zu tun und das mehrere Tage am Stück. Ich muss mich dazu sehr quälen und das bedeutet für mich einen großen Energieverlust, den ich auch für andere Dinge nutzen könnte, wenn ich es mir leichter machen würde. Die Einheiten, wie lange ich mich mit etwas beschäftige können maximal 2-4 Stunden sein und das auch gerne am Stück. Meistens  gehe ich jedoch 90 Minuten in Dingen auf, danach wird es schon schwieriger, die Konzentrationen zu halten. Die kleinste Einheit, die ich problemlos aufwenden kann, um Dinge zu machen, selbst, wenn ich nicht möchte ist 8-15 Minuten. Ab 20 Minuten, wird auch hier wieder der Energieverlust zu groß. Wie schaut das bei dir aus? Wie ist dein Rhythmus? Finde heraus, wie du tickst und es dir leicht fällt zu arbeiten. Versuche den Energieverlust zu minimieren und so klein wie möglich bei deiner Planung zu halten.

 

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Das waren zwei Variablen, die du bei deiner Planung kennen solltest. Nun komme ich zu der Vorstellung von 4 Planungstechniken, wie du dich am Ball halten kannst.

1. Sich Impulsen bewusst aussetzen und Triggern planen

Ein Träger ist eigentlich eine (elektronische) Schaltung, die einen Impuls erzeugt. Trigger kannst du dazu nutzen, um dich immer wieder Impulsen auszusetzen. Als Scanner wird man oft von Dingen angefixt, weil man sich rein zufällig damit beschäftigt und ehe man sich versieht kommt man von Stöckchen auf Stöckchen. Triggern kannst du auch planen. Du kannst zur Unterstützung von Projekten und Vorhaben — in einem anderen Lebensbereich als dein Projekt — kleine Impulse einbauen. Zum Beispiel Veranstaltungen besuchen, die mit dem Thema deines Projekts zu tun haben und du dich damit beschäftigen musst. Ein einfaches Buch als Abendlektüre kaufen, was mit deinem Thema zu tun hat. Du kannst auch dich mit Menschen zum Café treffen, die mit deinem Projekt zu tun haben und mit denen darüber reden. Der Trick ist, die Trigger verteilt auf den Projektzeitraum zu terminieren, sodass du immer wieder neu auf dein Vorhaben hingewiesen wirst und es aktuell und interessant bleibt.

2. Sich das Warum vergegenwärtigen und das täglich

Damit es nicht „faded”, also verblasst, sollte man sich vor jedem größeren Projekt oder Vorhaben das „Warum” vergegenwärtigen. Warum machen wir das Projekt? Warum haben wir uns diesen Vorsatz genommen? Unterteile dabei deine Gründe in drei Kategorien.

 

  • A. Gewinn
  • B. Flow
  • C. Verzicht

 

Bei Vorsätzen spielt oft der Gewinn, oder das Resultat am Ende, eine Rolle. Man versucht einen Endzustand zu erreichen oder ein Ergebnis. Allerdings scheint mir, dass bei Scannern diese Gründe eher irrelevant sind. Zur dauerhaften Motivation reichen sie oft nicht. Daher muss man sie durch Flow-Gründe ergänzen. Reden wir von Gewinn, meinen wir oft, extrinsische Gründe, bei Flow-Gründen, kommt es jedoch auf intrinsische Gründe an. Was gefällt dir an der Tätigkeit selbst? Wie fühlst du dich, wenn du das machst? Was macht es mit dir, wenn du dieses Projekt realisierst? in der dritten Kategorie der Gründe fällt Verzicht. Was passiert, wenn du das Projekt nicht schaffst. Was erhältst du nicht, wenn du in der Abwägung von vielen Vorhaben anderes vorziehst?


Schreibe dir all die Gründe auf und vergegenwärtige sie dir jeden Tag, während des Projektzeitraums.

3. In drei möglichen Endpunkten denken: Ideal, Minimal und Real

Einen Trick, den ich gerne anwende, wenn ich etwas plane: Ich stelle mir das Projekt in drei Zuständen vor. Wir Menschen, neigen dazu, Dinge immer sehr groß zu planen. Was sein könnte, wenn wir alle Zeit und alle Ressourcen der Welt hätten, wenn uns nichts ablenken würde. Und ich mag es mir diesen Zustand auszumalen. Den idealen. Er hält Optionen offen. Allerdings entspricht es nicht der Realität. Scanner mögen einfach viel zu viele andere Dinge gerne und irgendwann wird jedes Projekt langweilig und man mag sich lieber mit anderem beschäftigen. Denken wir also uns einen Minimal-Zustand. Wie muss ein Projekt  oder Vorhaben minimal gestaltet sein, dass wir damit zufrieden sind? Radikal minimieren, alle Nice-to-Haves weg. Denke dir ein Projekt nur noch durch die Must-Haves. Der Minimal-Zustand ist so etwas wie dein Backup-Plan. Reißen alle Stricke und Fäden, kommen viel zu viele ungeplante neue Impulse und Projekte rein ist der Minimal-Zustand der, an den du dich orientieren kannst. Der Minimal-Zustand ist der, der alle für dich wichtigen DInge beinhaltet, sodass du das Projekt weiterhin als ”Erfolg” bezeichnen kannst. Der Reale-Zustand ist quasi ein Planungszustand, den du versuchst zu erreichen. Im Projektmanagement sagt man, dass man 30% Puffern einplanen soll. Ich empfehle jedem Scanner min. 50%!

 

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4. Projektfriedhof

 

Es kommt der Tag, an dem Projektziele auch mal nicht erreicht werden. Es kommt der Tag, an dem man sich nicht an Deadlines und Termine hält und Projekte soweit aufschiebt, dass man gar nicht mehr weiß, wo man aufgehört hat. Nichts ist schlimmer, als Dinge nicht zu beenden, wenn der Elan, der dahintersteckte bereits gestorben ist. Habe den Mut, loszulassen und Projekte auch zu beerdigen. Ziehe Resonanz: Warum hast du das nicht beendet? Suche dabei nach Erklärungen in dir, nicht im Außen. Diese Erklärungen sind nicht dazu da, dass du ein schlechtes Gewissen bekommst … Nein, dafür, dass du beim nächsten Mal besser planst und was daraus gelernt hast. Scanner müssen gelegentlich auch Projektvorhaben beerdigen, um Platz für Neue zu schaffen. Und ihre Energie statt ihn Nachtrauer in Vorfreude zu investieren.

 

Wir halten fest, dass für ein „erfolgreiches” Projekt bzw. Vorhaben wichtig ist, dass du weißt, wann es beendet ist. Weiterhin, dass du als wissbegieriger und neugieriger Mensch, dich regelmäßig triggern musst, um dich an Projekte und Vorhaben zu erinnern, um am Ball zu bleiben. Und das letztlich dir deine Gründe, wieso du etwas realisieren möchtest, klar vor Augen sein müssen.

 

Ich hoffe, dass dieser Artikel dir geholfen hat. Hast du vielleicht auch eigene Scanner-spezifische Planungstmethoden, die du anderen weitergeben kannst? Ergänze deine Tipps und Tricks unten bei den Kommentaren.

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